Rote Funken übergeben Spendenscheck und fahren nach Paris

Posted By on 4. Mai 2019

Die Kötterbüchs

In der vergangenen Session hatten die „Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e. V.“ (kurz: Rote Funken) ihre so genannte „Kötterbüchs“-Aktion durchgeführt. Hierbei sind Mitglieder der Roten Funken aus allen Knubbeln und Gesellschaftsteilen mit Sammelbüchsen und in großer Uniform auf die Straße gegangen und haben für den Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) gesammelt. Der Erlös aus der Aktion kommt obdachlosen Frauen in Köln zu.

Am Donnerstagmittag luden die Roten Funken dann in ihren Turm, der Ülepooz, um u. a. das Ergebnis der Spendenaktion bekannt zu geben. Dabei erläuterte Präsident Heinz-Günther Hunold noch einmal kurz den historischen Hintergrund der Aktion, denn vor rund 90 Jahren hatte Konrad Adenauer einem Roten Funk Geld in eine Sammelbüchse gesteckt. Das Bild hiervon ist heute noch im Besitz der Gesellschaft.

Schnell waren sich die Roten Funken einig, dass man dieses Projekt neu beleben möchte – gerade auch im Hinblick darauf, dass im Jahr 2023 mit dem 200-jährigen Bestehen der Roten Funken und des Festkomitee Kölner Karnevals ein bedeutendes Jahr für Köln, die Kölner und besonders den Kölner Karneval in greifbarer Nähe ist.

Hunold betonte, dass gerade die Presseberichterstattung über die Aktion mit zum überragenden Erfolg beigetragen habe: „Als wir am ersten Tag gesammelt haben, mussten wir noch viel Überzeugungsarbeit bei den Menschen auf der Straße leisten. Nach den ersten Berichten in den Medien kamen die Leute auf uns zu, lobten uns für die tolle Aktion – und steckten 20, 50 Euro oder auch nur einen Püngel Kleingeld in unsere Kötterbüchs!“, so Hunold. An Rosenmontag sammelte sogar der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, in großer Uniform mit der Kötterbüchs – und Hunold war begeistert, wie selbstverständlich Reul sich in den Dienst der guten Sache gestellt hat.

Insgesamt konnten die Roten Funken 26.000 € an den SKF überweisen, deren Geschäftsführerin Monika Kleine sich noch einmal für das Engagement der Roten Funken bedankte: „Sie haben dazu beigetragen, dass das Problem der obdachlosen Frauen in Köln von einem Tabuthema in die Öffentlichkeit getragen worden ist.“, so Kleine. Das Geld aus der Kötterbüchs-Aktion der Roten Funken geht in die Ausstattung eines Wohnangebots für obdachlose Frauen, welches von der SKF im Juli 2019 in Köln-Weidenpesch eröffnet wird. „Doch wir unterstützten die Frauen nicht nur mit dem Basisangebot der Wohnraumbeschaffung, sondern unterstützten die obdachlosen Frauen auch bei ihrer Rückkehr in ein geordnetes Leben. Zum Beispiel auch bei den Ämtern und eventuellen Rentenansprüchen.“, so Kleine weiter. „Die Frauen werden durch unsere Hilfe wieder sesshaft!“

Heinz-Günther Hunold betonte noch einmal, dass man als Rote Funken glücklich sei, das Projekt mit dem Erlös aus der Sammlung unterstützen zu können und sagte dem Sozialdienst Katholischer Frauen auch weitere Unterstützung zu.

Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, die ebenfalls an dem Termin teilnahm, bedankte sich ebenfalls bei den Roten Funken für die Unterstützung: „Aktuell sind 1.667 Frauen in Köln als obdachlos bekannt. Die Aktion zeigt, dass Kölner zusammenhalten – gerade auch und besonders in der Not!“, so Scho-Antwerpes.

Zum Abschluß dieses Themenbereichs bedankte sich Heinz-Günther Hunold auch besonders bei der Nippeser Bürgerwehr: „Als wir in Nippes gesammelt haben, hat uns die Nippeser Bürgerwehr bei der Sammlung unterstützt und uns begleitet. Wir werden mit unserer Kötterbüchs auch in der nächsten Session wieder Spenden sammeln. Vielleicht haben auch andere Gesellschaften Interesse, sich an der Aktion zu beteiligen.“, so Hunold.

Ein weiteres Thema des Pressegesprächs waren die Feierlichkeiten zum 200ten Geburtstag des Kölner Komponisten Jacques Offenbach in diesem Jahr, die am 18. und 19. Mai auch Paris, den späteren Wohnort Offenbachs, erreichen. Claudia Hessel, RTL-Moderatorin und Vorsitzende der „Kölner Offenbach-Gesellschaft“, stellte das umfangreiche Programm für die beiden Tage in Paris vor. Neben einer kostenlosen „Führung durch Offenbachs Paris“ im 9. Arrondissement und Konzerten mit der Musik von Jacques Offenbach gibt es am 18. Mai auch die „La Nuit des Musées„, also die „Lange Nacht der Europäischen Museen“.

Der Sonntag, 19. Mai 2019, startet mit einem Empfang im Rathaus, an dem die Bürgermeisterinnen aus Paris und Köln, die Kölner Offenbach-Gesellschaft und die Roten Funken teilnehmen werden. Nach dem Empfang wird im Rathaus des 9. Arrondissement die Ausstellung „Von Köln über Paris in die Welt“, eine Projekt der Kölner Offenbach-Gesellschaft und des Kölnischen Stadtmuseums, mit einer Vernissage eröffnet.

Nach einer Stärkung trifft man sich gegen 14 Uhr am Karnevalsbrunnen auf dem „Place Saint Georges“ zum Charivari, einem Volksfest im Stil des 19. Jahrhunderts. Die Roten Funken werden im Rahmen dieses Straßenfest einen Umzug durch das 9. Arrondissement, dem „Veedel“ von Jacques Offenbach in Paris, veranstalten. Hierbei wird in der „Rue des Martyrs 23“ eine Gedenktafel enthüllt, die verkündet, dass Jacques Offenbach in diesem Haus in Paris gewohnt hat. Nach dem weiteren Umzug, bei dem die Roten Funken nach eigenem Bekunden natürlich auch Kamelle, Strüßjer und Schokolade verteilen werden, gibt es auf am Karnevalsbrunnen einen musikalisch-tänzerischen Ausklang der Feierlichkeiten. Ausführliche Infos zum Programm gibt es unter www.yeswecancan.koeln.

Abschließend konnte Heinz-Günther Hunold bekannt geben, dass die Roten Funken bis Juli 2019 noch Teile der Ulrepforte nutzen können, u. a. ist die Ülepooz ja auch eine Außenstelle des Standesamtes, wo Trauungen durchgeführt werden. Anschließend wird die Ulrepforte bekanntlich umgebaut. Die Roten Funken konnten einen neuen Erbpachtvertrag mit der Stadt Köln abschließen, der – unter der Berücksichtigung der Restlaufzeit des bisherigen Vertrags – bis zum Jahr 2134 laufen wird. Bevor die Ulrepforte für die Öffentlichkeit während der Umbaupause geschlossen wird, wird Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Erbpachtvertrag in der Ülepooz gegenzeichnen.

(Foto: Archiv/Andreas Klein)

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