„Narren suchen den Karnevalsstar“ am Ende!

Posted By on 2. Dezember 2013

Repro: Andreas Klein

Nach den beiden Berichten von Freitag und dem gestrigen Sonntag wurde es am späten Sonntagabend noch hektisch: Kurz vor 22 Uhr erreichten uns zahlreiche SMS, Facebook-Nachrichten und eMails mit einer – letztendlich doch überraschenden – Nachricht: Die restlichen Vorentscheidungen und das Finale von „Narren suchen den Karnevalsstar“ („NsdKs“) sind ABGESAGT!

In der Nachricht, siehe Foto, wird von einem „mangelnden Interesse“ gesprochen – bleibt nur die Frage, wer da das Interesse verloren hat … denn Fakt ist, dass immer mehr Künstler, die bei den geplanten Vorentscheidungen antreten sollten, ihre Teilnahme entweder sofort abgesagt oder an, für die Veranstalter nicht realisierbare, Bedingungen geknüpft haben. Uns liegen zum Beispiel Informationen vor, dass Künstler die Forderung gestellt haben, dass sie nur dann auftreten würden, wenn die Veranstaltung – wie in einer uns vorliegenden eMail angekündigt – am Donnerstagabend um 20:15 Uhr ausgestrahlt wird. Und nicht, wie in einer seit dem Wochenende kursierenden eMail angekündigt, am Sonntagmorgen um 7:15 Uhr – was auch nach Auffassung der fraglichen Künstler eine grottenschlechte Uhrzeit gewesen wäre.

Aber daran allein hat es wohl nicht gelegen, dass die Veranstaltungen nun letztendlich abgesagt wurden. Auf die beiden Verantwortlichen kamen (und kommen) große rechtliche Probleme zu! Da ist zum Beispiel möglicherweise der WDR, der es bestimmt nicht lustig findet, dass für die Veranstaltung mit den Worten „der Nachfolger der Närrischen Hitparade“ geworben wurde. Zum anderen sind da die Künstler, die in Weisweiler und in Hennef-Uckerath sowie auf der Prinzen-Proklamation der beiden Verantwortlichen in Niederkassel-Lülsdorf in der Hoffnung aufgetreten sind, dass ihr Auftritt – wie beworben – im Fernsehen ausgestrahlt wird. Hier könnten Regressforderungen der Künstler auf die Veranstalter zukommen. Und auch gegenüber ihrer Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß Lülsdorf werden die Beiden in Erklärungsnot kommen: Gleich „acht Fernsehsender“ sollten laut Pressemitteilung der beiden Tollitäten ihre Prinzenproklamation ausstrahlen! Und mit der TV-Ausstrahlung wurden dann auch Sponsoren angelockt, die sich finanziell an der Veranstaltung beteiligt haben. Auch hier könnten Rückforderungen auf die Gesellschaft und letztendlich die Tollitäten zukommen.

Und auch aus einer ganz anderen Ecke droht den beiden Karnevalisten noch Ärger: „Schunkelpitter und Kölsche Katti“ verkaufen unter anderem auf Amazon.de und über Musicload.de sowohl eigene Lieder als auch Cover-Songs. Darunter u. a. so bekannte Lieder wie „Hast Du denn noch niemals eine Kölnerin jebützt“ und „Mir sin kölsche Mädcher“ von Marita Köllner, aber auch Partyschlager wie „Schatzi, schenk mir ein Foto“ von Mickie Krause, „Wenn die Wunderkerzen brennen“ von Jürgen Drews oder „Wenn Du diesen Brief liest“ von Frank Lars. Hier stellt sich die Frage, ob die beiden Sangeskünstler eine Genehmigung für den Vertrieb der MP3-Downloads dieser Coverversionen haben. Die Songs live auf einer Bühne zu performen, wäre kein Problem – so lange hierfür GEMA-Gebühren entrichtet würden. Doch mit dem Vertrieb der Coverversion als digitalem Download sieht das nach aktueller Rechtslage etwas anders aus. Hierfür ist eine Genehmigung des Musikverlages bzw. der Plattenfirma notwendig, die es normalerweise nicht so einfach gibt.

In diesem Zusammenhang interessant ist auch eine weitere eMail der beiden Verantwortlichen, die uns seit gestern vorliegt: Bereits im Jahr 2011 hat man sich an einer Nachwuchsförderung versucht! Gemeinsam mit einer Karnevalsgesellschaft, die dem Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e. V. angeschlossen ist, hatte man einen „Vorstellabend“ organisiert. Entgegen den üblichen Gepflogenheiten der Vorstellabende sollten hier die Künstler wohl die Zeche zahlen, denn es wurde eine „Teilnehmergebühr“ von 50 € pro Künstler/Gruppe aufgerufen. Ein Künstler, der an diesem Vorstellabend teilgenommen hat, berichtete uns, dass entgegen der vollmundingen Ankündigung seitens der Veranstalter (Zitat: „Zu dieser Veranstaltung werden von uns Literate vieler Karnevalsgesellschaften eingeladen.“) wenn überhaupt nur eine handvoll Literaten anwesend waren. „Ich musste sogar mein Wasser selbst bezahlen!“, so der Künstler, der nicht namentlich genannt werden möchte. Der Erfolg dieses Vorstellabends hielt sich dann auch in Grenzen: „Mir hat der Auftritt nichts gebracht. Außer Spesen.“, so der Künstler weiter.

Abschließend bleibt festzuhalten: Der als „große TV-Abendshow“ angekündigte angebliche „Nachfolger der Närrischen Hitparade“ ist geplatzt. „Narren suchen den Karnevalsstar“ erlitt Schiffbruch wie einst die Titanic – mit dem Unterschied, dass hier kein Eisberg sondern die mangelnden Professionalität (manche unserer Kontakte sprechen sogar von „Größenwahn“ …) der beiden Veranstalter für den Untergang gesorgt hat. Aber wir befürchten, dass wir – anders als bei der Titanic – noch lange nicht am Ende der Geschichte sind …

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