Miljöhsitzung der Flittarder K.G.

Posted By on 31. Januar 2015

Foto: Andreas Klein

Dass der Kölner Karneval sich nicht nur in den großen Sälen in der Kölner Innenstadt und den Messesälen in Deutz abspielt, haben wir hier schon öfter thematisiert. Gerade in den Kölner Stadtteilen, den von den Bläck Fööss bereits vor Jahrzehnten besungenen „Veedel“, gibt es noch den reinen, ursprünglichen Karneval. Und ganz vorne im Feiern des Veedelskarnevals ist – nicht erst seit dieser Session, wo man das Kölner Dreigestirn stellen darf – ein kleines Fischerdorf kurz vor der Leverkusener Grenze. Das kleine Fischerdorf heißt Flittard …

In der Flittarder Schützenhalle hätte heute selbst beim besten Willen keine Maus mehr Platz gefunden! Die Karten für diese Veranstaltung werden, wie Pressesprecher Mike Paunovich bestätigte, nicht verkauft – sondern vererbt! Hier feiert also die Flittarder Familie den Karneval – und nicht zuletzt sich selbst. Und dies zu wirklich volkstümlichen Preisen: Das Glas Kölsch zum „Kneipenpreis“ von 1,40 €, das teuerste Essen (Schnitzel mit Kartoffelsalat) für knapp etwas über 7,00 € – dafür bekommt man in der Innenstadt gerade einmal einen feuchten Händedruck vom Küchenchef!

Die Flittarder K.G. bietet den bunt kostümierten Flittarder Jecken ein Programm „em Veedel“, was man sich in manchem großen Kölner Saal bei Veranstaltungen mit viel höheren Eintrittspreisen wünschen würde: Die Band „De Altreucher“ machte den Eisbrecher. Und dann kündigte eine Lasershow das Highlight der Flittarder Miljöhsitzung an: Das Kölner Dreigestirn der Session 2015 besuchte sein Heimatveedel Flittard – und die Flittarder Jecken empfingen die Narrenherrscher wie Kaiser und Könige! Fast eine Stunde (!) lang liessen sich Prinz Holger I., Bauer Michael und Jungfrau Alexandra von ihrem Flittarder Narrenvolk feiern – und wurden hierfür reich beschenkt: Prinz Holger I. erhielt einen lebensgroßes Geißbock-Modell in den Farben Rot-Weiß-Schwarz, entsprechend seinem Engagement bei Viktoria Köln. Natürlich zierte den Geißbock das Wappen des rechtsrheinischen Traditionsfußballklubs. Bauer Michael erhielt ebenfalls einen Geißbock in den Farben Blau-Weiß, denn der gebürtige Bochumer ist Fan des VfL Bochum. Und Jungfrau Alexandra bekam ihren Geißbock in den Farben Rot-Weiß – die hier allerdings nicht für den 1. FC Köln standen, dessen Maskottchen ja der Geißbock Hennes ist, sondern für den Hockey-Club Rot-Weiß Köln, in dem er sich engagiert.

Während die Tollitäten auf der Bühne gefeiert wurden, wartete im Foyer der für den erkrankten Marc Metzger eingesprungene Thomas Cüpper auf seinen Auftritt. Nachdem klar wurde, dass es länger dauert, musste Cüpper unverrichteter Dinge wieder fahren. Dafür rockten die Domstürmer die Bühne. Martin Schopps brachte die Gäste mit seinem Vortrag zum Lachen und Blom un Blömcher parodierten in bekannter Art und Weise die Hits der letzten Jahre. Mit den Paveier feierten die Flittarder Jecken dann wieder, als wenn der Karneval morgen verboten würde. Bernd Stelter und Comedian Wolfgang Trepper sorgten für Lachsalven im Saal. Das Tanzcorps „Echte Fründe“ und das Trompetercorps Eefelkank läuteten das Finale der denkwürdigen Flittarder Miljöhsitzung ein! Flittard ist Dreigestirn – und heute war DAS Heimpiel der Tollitäten! Davon werden die Flittarder Jecken noch ihren Enkelkindern erzählen. Garantiert!

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