StattGarde stellt sich gegen Terror quer

Posted By on 14. November 2015

Foto: StattGarde

Foto: StattGarde

Als im Januar 2015 die grausamen Attentate auf Charlie Hebdoe und 16 weitere Franzosen passierten, folgte die StattGarde dem Aufruf des Festkomitees und trug zu jedem ihrer über 100 Auftritte einen großen Bleistift in die Säle und sammelte Unterschriften von Präsidenten, Künstlern und auch vom Dreigestirn, die sich allesamt gegen Terror, Gewalt und Fremdenhass stellen. Der Bleistift wird noch dieses Jahr an das Karnevalsmuseum im Maarweg überreicht.

Anlässlich der erneuten, schrecklichen Terroranschläge gestern in Paris, wird Präsident Andre Schulze Isfort heute Abend folgende Eröffnungsrede zum Captain‘ s Dinner halten:

„Bei den schrecklichen Bildern und schockierenden Nachrichten die wir aus Paris bekommen, kann man sich sicherlich fragen: Darf man heute Karneval feiern? Ich meine, man darf nicht nur, sondern man muss! So schrecklich es ist: Kein Opfer würde wieder lebendig und keine Träne der Angehörigen würde getrocknet, wenn wir heute das Captain’s Dinner absagen würden. Und viel schlimmer: dann würden diese feigen Attentäter noch mehr Macht über uns haben, als sie gestern Nacht unmittelbar über die Pariser Mitmenschen hatten… Diese Macht und Bedeutung können, wollen und dürfen wir diesen menschen- und freiheitsverachtenden Irren nicht zukommen lassen!!!

Angela Merkel hat heute Morgen gesagt, wrr leben von der Mitmenschlichkeit, der Nächstenliebe und der Freude an der Gemeinschaft! Wir sind heute Abend diese Gemeinschaft! Wir müssen uns selber stärken und jetzt noch enger zusammenrücken! Auch unsere neue Oberbürgermeisterin Henriette Reker musste ein genauso feiges Attentat erleben – allerdings aus einer ganz anderen Richtung. Meine Sorge, nein meine Angst ist, dass sich nun völlig verschiedene schlimme Begebenheiten und diffuse Ängste – die ich nicht klein reden möchte – zu einem negativen Stimmungsbild verdichten, dass die falschen treffen könnte.

Ja, es kommen im Augenblick Flüchtlinge nach Deutschland. Ja, die Zahl ist erst mal hoch. 800.000 vielleicht 1,6 Millionen. Das hört sich natürlich dramatisch an. Aber ich möchte hier einmal ein Kölner Sinnbild heranziehen, das gerade wir Karnevalisten sehr gut und oft gebrauchen und besingen. Es geht um den Ahle Mann vor der Wirtschaftstür.. . Wenn jetzt also 1 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland kommen, dann ist das auf die Einwohnerzahl mal gerade etwas mehr als ein Prozent. Stellt Euch vor, ihr steht mit 100 Freunden in Eurer Stammkneipe, und einer sieht den Ahle Mann, dann steht er auf und läd‘ ihn einfach ein. Wahrscheinlich merkt der Rest in der Kneipe noch nicht einmal, dass er reingekommen ist – und sicherlich wird der ein oder andere ihm auch noch ein Bier ausgeben. Jeder eben so wie er kann. Und irgendwann feiert er wie selbstverständlich mit. .. Das ist es doch, worum es geht und gehen muss. Liebe Freunde. Darum stelle ich einfach mal eine provokante Frage an alle die, die sich jetzt Sorgen um die Zukunft machen: Und WIR SCHAFFEN DAS nicht?

Drink doch ene mit. ..

Vielen Dank!“

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