Comeback von Jupp Menth beim 48. Herrenfrühschoppen der Kölsche Grielächer

Posted By on 15. Oktober 2018

Fotos: Andreas Klein

Jedes Jahr im Oktober lädt die K.G. Kölsche Grielächer zum traditionellen Herrenfrühschoppen, als kleiner Vorgeschmack auf die große Herrensitzung der Gesellschaft in der kommenden Session. Dass es bei diesem Herrenfrühschoppen, der am gestrigen Sonntag zum 48ten Mal stattfand, etwas deftiger zugeht, zeigte sich gleich zu Beginn bei der Begrüssung durch Grielächer-Präsident Rudi Schetzke. (Wir geben hier bewusst nicht wieder, was Schetzke gesagt hat – nur so viel: Holla, die Waldfee! Das hat gesessen!)

Fauth Dance Company

Den rund 400 jecken Männern bot man auch an diesem Tag wieder ein tolles Programm, besonders im Bereich Rede war man extrem gut aufgestellt! Mittlerweile traditionell eröffnete die Fauth Dance Company das Bühnenprogramm mit einer tänzerischen Darbietung. Wer hier Hebungen, Würfe oder etwas ähnliches erwartet, wird enttäuscht – nicht enttäuscht wird man jedoch von den durchweg hübschen jungen Damen im tänzerischen Bereich. Da gibt es dann auch schon mal eine fehlerfreie Darbietung im Stile von „Riverdance“ und Co. auf der Bühne der Schulaula des Humboldt-Gymnasium.

Klaus & Willi

Zeitlich im Druck war am frühen Sonntagmorgen bereits Bauchredner Klaus Rupprecht, der mit seinem vorlauten Affen Willi die ersten Lacher im Saal platzieren konnte. Auf die Bühne gebracht wurden die beiden Spaßmacher von Nummerngirl „Shirin“ (Foto oben, mit Rudi Schetzke), die zu diesem Zeitpunkt noch züchtig bekleidet war – auch wenn das Kleidchen zwischendurch schon immer mal verrutschte.

Jupp Menth

Das Comeback des Jahres lieferte anschließend die spitzeste kölsche Zunge, die man sich im Karneval vorstellen kann: Jupp Menth als „Ne kölsche Schutzmann“ ist wieder da! Egal ob Politik, Stadtgeschehen oder auch der kommerzielle Karneval – alle bekommen bei Jupp Menth sein Fett weg. Und das teilweise mit deftigen, aber durchaus ehrlichen Worten! Nach dem Vortrag von Menth, der zukünftig nur noch in kleineren Sälen auftreten will und auf das große Geld im Karneval verzichten möchte, erhoben sich die jecken Herren von den Stühlen und feierten „ihren“ Schutzmann mit minutenlangen Standing Ovations! Klarer Fall, da musste eine bissige Zugabe her.

Unter den Gästen waren neben dem Dreigestirn der Session 2018 und dem designierten Dreigestirn der Session 2019 auch die Tollitäten aus Hürth mit ihrer Gesellschaft, den Funken Rot-Weiß Hürth-Gleuel. Präsident Harald Müller hatte in den vergangenen Tagen ziemlichen Stress: „Unser designierter Prinz Hans Zimmermann konnte aus gesundheitlichen Gründen das Amt nun doch leider nicht antreten. Jetzt hatten wir nur noch ein Zweigestirn! Doch spontan hat dann unser Kamerad Andreas Münchrath sich innerhalb von 48 Stunden entschlossen, das Amt zu übernehmen. Und so sind wir dann auch heute mit einem kompletten Dreigestirn hier!“, so Müller in einem kurzen Gespräch mit unserer Redaktion.

Ebenfalls am frühen Sonntagmorgen zu den Grielächern gekommen waren u. a. Ludwig Sebus, Peter Raddatz, der Vorstand der Kölner K.G. Blomekörfge, Horst Müller von der Agentur „alaaaf“, der Baas des Literatenstammtisch Rudi Fries, der Baas der Medienklaafer Georg Steinhausen und Hubert Koch, ehemaliger Programmgestalter der Altstädter Köln und Ehrenbaas des Literatenstammtisch.

Planschemalöör

Mit vielen Vorschußlorbeeren ausgestattet kam die Band „Planschemalöör“ auf die Bühne – und gerade die älteren Herrschaften im Saal schauten doch etwas verwundert: Vier Musiker in kurzen Sportshorts, eigenwillige Töne (und wieder einmal seeeeehr laut) und teilweise unverständlicher Gesang – das brauchte kein Karnevalist! Der Saal leerte sich auch merklich, was Kollegen einer bekannten Kölner Tageszeitung zu der Vermutung kommen ließ, dass aktuell gerade ein Wandertag ausgerufen wäre …

Nach dem Auftritt der Nachwuchsband, die auf dem KAJUJA-Vorstellabend noch bejubelt worden war, ging es in eine ausgedehnte Pause. In der Pause gab es für alle Herren ein kleine Stärkung – Wirsinggemüse mit Bratwurst stand auf der (nicht vorhandenen) Speisekarte. Wie fasste es ein der Redaktion namentlich bekannter Karnevalist zusammen: „Die Woosch wor jet lasch, ävver dä Wirsing wor jot!“

Volker Weininger

Mit dem Start der zweiten Abteilung wurde es wieder rednerisch sehr stark: Volker Weininger, der ewig „stramme“ Sitzungspräsident, wurde von Nummerngirl „Shirin“ auf die Bühne geleitet – und die junge Dame, mittlerweile nur noch in knappe Dessous gekleidet, durfte dem Frei-Kölsch-Vernichter die Gläser anreichen. Und der Herr Sitzungspräsident hatte heute richtig Durst: Anderthalb Kränze Kölsch (nein, kein alkoholfreies …) vernichtete der auch in der kommenden Session wieder mit sehr spitzer Zunge ausgestattete Karnevalsredner live auf der Bühne. Da kamen einige Herren im Saal schon beim Zuschauen ins Schwitzen …

Domstürmer

Rednerisch ist Weininger mittlerweile eine feste Bank im karnevalistischen Bereich. Doch auch außerhalb der Session wird sich der Sitzungspräsident im nächsten Jahr durch die Comedysäle der Republik saufen und den Jecken in der karnevalistischen Diaspora die Leviten lesen. Am gestrigen Tag jedenfalls hatte Weiningers Leber einen harten Einsatz – zumal es von den Grielächer noch eine Flasche Vodka als „kleines Dessert“ für auf den Nachhauseweg gab.

Mit den Domstürmer, am gestrigen Tag noch einmal in „alter“ Besetzung mit Bassist Hanz Thodam, bevor dieser Anfang November die Band verlässt und im Januar 2019 zu den Bläck Fööss wechselt, gab es dann doch noch musikalisch ein Highlight. Zum Finale präsentierte danach die Fauth Dance Company ihr neues Programm „Zirkus“ für die kommende Session – doch da waren wir bereits beim Vorstellnachmittag des „Kreis rheinischer Karnevalisten“ …

 

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