Jahrespressekonferenz der Prinzengarde: Tanzpaar hört nach sieben Jahren nach der Session 2019 auf

Posted By on 15. November 2018

Foto: Archiv/Andreas Klein

Pünktlich zum Sessionsstart lud die Prinzengarde am Montag wieder zu ihrer alljährlichen Pressekonferenz ein. Neben dem üblichen Rück-, Über- und Ausblick gab es auch traurige Neuigkeiten: Das mit sieben Jahren längste Tanzpaar in der Geschichte der Prinzengarde gab bekannt, dass diese Session für sie die letzte sein würde. Beginnen wir jedoch zunächst am Anfang…

Präsident Dino Massi eröffnete die Informationsrunde mit einem Rückblick in die vorangegangene Session. So konnte Marcel Kappenstein im Januar als neuer Kommandant in sein Amt eingeführt werden. Außerdem waren alle acht Sitzungen sowie die Bälle, welche die Prinzengarde jedes Jahr veranstaltet, waren restlos ausverkauft. Zum ersten Mal fand auch eine Veranstaltung statt, die ausschließlich von jüngeren Mitgliedern der Prinzengarde für junge Leute organisiert wurde. Dabei handelte es sich um die „Jeckmarie“, eine Party im Club Ivory. Auch dies war ein großer Erfolg und so wird diese Feier auch in dieser Session wieder stattfinden.

Es standen zudem karitative Aktionen auf dem Programm: so veranstaltete die Prinzengarde eine Typisierungsaktion und besuchte Anfang des Jahres das Kinderkrankenhaus in der Amsterdamer Straße, im Gepäck auch einiges an Wurfmaterial für die Kinder, die leider nicht am Karneval teilnehmen konnten.

Als nächstes gab Gustav Brüninghaus einen Überblick darüber, was zwischen den Sessionen passiert ist. Regulär finden jeden Freitag die „Turmabende“ statt, die verschiedenen Korps wechseln sich dabei ab. Zudem findet einmal im Monat eine Vorstandssitzung statt, in denen die nächsten Sessionen bis zu drei Jahre im Voraus geplant werden. Außerdem trifft sich die Vorstand regelmäßig mit dem Aufsichtsrat.

Im Mai organisierte die Garde einen Tanz in den Mai und ein Spargelessen, beides war sehr gut besucht. Im Monat darauf fanden ein Golfturnier und eine Benefizveranstaltung statt, bei der insgesamt 5000 Euro für den guten Zweck gesammelt werden konnten. Im Juni starteten außerdem die Korpstouren, bei denen Teile der Garde in ganz Europa unterwegs sind und auftreten. Später fanden noch das Sommerfest und die beiden Trainingslager statt.

Ein Highlight war die Jahreshauptversammlung: Präsident Dino Massi wurde mit hundert Prozent der Stimmen wiedergewählt, so etwas kommt, laut Gustav Brüninghaus, eher selten vor.

Einen Ausblick auf diese Session gab Sitzungsleiter Marcus Gottschalk. Da diese im Jahr 2019 besonders lange dauern wird, wird es nicht, wie gewohnt, acht, sondern insgesamt zehn Veranstaltungen geben. Dabei würden wie jedes Jahr alle traditionellen Elemente einfließen, das Dreigestirn wird vertreten sein, es wird Tanzgruppenauftritte und Musikanten geben.

Foto: Andreas Klein

Den seit Anfang Oktober restlos ausverkauften Prinzenschwof werden erstmals Niklas Jüngling, der seit 2016 Hospitant beim Fußkorps ist, und Alexander Ritter (Tanzoffizier) übernehmen. Für die musikalische Untermalung werden auch dieses Jahr wieder einige traditionell kölsche Karnevalbands sorgen.

Ganz besonders traditionell wird es auf dem Fest in Rot-Weiß Ende Januar zugehen: hier wird man bewusst die „alten Zeiten“, den Stil der 50er und 60er Jahre wieder aufleben lassen, die Gardisten werden in Frack auftreten und insgesamt werden bewusst karnevalhistorische Elemente einfließen. Ein weiteres Highlight wird die zweite Kostümsitzung in Gürzenich am 14.02. sein. Passend zum Datum werden die Herren mit „roten Hosen und roten Rosen“ auftreten.

Es folgt außerdem die „Jeckmarie“-Party, die im vorausgegangenem Jahr Premiere feierte und dieses Jahr an den Erfolg anzuknüpfen scheint: es sind lediglich noch 30-40 Restkarten erhältlich.

Den Höhepunkt bildet wie jedes Jahr der Ball „Gardedanz“, für den sich die Prinzengarde wieder einmal einiges einfallen lassen hat: es wird 17 verschiedene Auftritte auf zwei Bühnen geben, erstmals auch eine Cocktailbar. Um eine Erinnerungen des Abends einfangen zu können, wird es außerdem erstmals eine Fotobox geben.

Einen kurzen Einblick in Strategie und Verwaltung gab Schatzmeister Thomas Haubner. Die Prinzengarde arbeitet trotz des jährlichen Erfolges kontinuierlich daran, die Veranstaltungen weiter zu verbessern, um auch treuen Besuchern immer wieder etwas Neues bieten zu können. Insbesondere wird dabei momentan ein großer Fokus auf die voranschreitende Digitalisierung gelegt. 2018 wurde der Onlineshop überarbeitet, so ist nun eine Bezahlung der Karten per PayPal möglich. Außerdem kann man sie sich nach Erwerb direkt zuhause ausdrucken.

Über das aktive Korps berichtete Kommandant Marcel Kappenstein. Wie jedes Jahr wird das 2019 wieder der Generalkorpsappell im Hotel Maritim stattfinden, dabei wird es in erster Linie um Ehrungen und Ernennungen gehen. Interessant ist dieses Mal, dass zum ersten Mal seit 25 Jahren ein neuer Appellfahnenträger ernannt werden wird. Trotz aller Formalitäten sollen Musik und Tanz an diesem Abend dennoch nicht zu kurz kommen.

Insgesamt wird die Prinzengarde während der Session über 70 Korpsaufzüge haben, davon werden zwei Drittel in Köln und der Rest im direkten Umland stattfinden. Anknüpfend an letztes Jahr wird man sich zudem weiter auf karitative Aktionen konzentrieren, ein neuer Besuch im Kinderkrankenhaus ist beispielsweise bereits geplant.

Am Ende kam auch noch einmal das Tanzpaar zu Wort. Bedauernd gaben sie bekannt, dass dieses Jahr nach sieben Jahren ihre letzte Session sein würde. Alexander Ritter äußerte sich bedauernd: „Wir hatten eine spannende, eine Wahnsinnszeit. Wir haben sehr lange überlegt, bevor wir uns zu diesem Schritt entschieden hatten. Nachdem wir trotz einiger Pro- und Contra-Listen zu keinem Ergebnis kamen, warfen wir schlussendlich eine Münze“. Tina Mertens sagte dazu: „Wir haben sehr viel erlebt, viel gefeiert, viel trainiert, aber nach sieben Jahren ist es auch einmal gut. Wir wollen Neuen die Chance geben, das alles zu erleben“.

Abschließend kündigte Marcel Kappenstein an, dass Mercedes auch dieses Jahr zum 41. Mal in Folge der Prinzengarde eine Fahrzeugkolonne stellen wird. Die Wagenübergabe wird noch stattfinden.

(Text: Alisa Swoboda, Studentin an der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft)

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