Regimentsexerzieren der Roten Funken mit kurzweiligem Bühnenprogramm

Posted By on 10. Januar 2019

Pünktlich um 18:00 Uhr betrat Hans Kölschbach, Präsident der Altstädter Köln, die Bühne des Maritim-Hotel und begrüßte die Gäste zum Korpsappell der Altstädter Köln und monierte, dass so viele rote Uniformen im Saal sitzen würden … ähem, Moment mal – sind die Altstädter nicht am gleichen Abend im Gürzenich?!? Hatte sich Köschbach im Saal vertan? Nein, hatte er nicht. Rote Funken-Präsident Hunold klärte die Situation auf: Die Altstädter starteten später im Gürzenich, weshalb Kölschbach für diesen kleinen Gag Zeit hatte.

Fotos: Andreas Klein

Nach der Begrüßung durch Heinz Günther Hunold zeigten die Funken-Rekruten in einem Bühnenstück, wie man aus auswärtigen Mitbürgern einen echten Roten Funk macht: Die dafür entwickelte Maschine mit der Bezeichnung „F.U.N.K.“ ist dabei in der Lage, aus jedem Immi einen echten Kölschen zu machen. Hintergrund war, dass der Funken-Präsident für den Abend sechs neue Rekruten brauchte, die er auf dem Regimentsexerzieren vereidigen konnte und die dazu auch noch perfekt kölsch sprechen konnten. Zu den „Umgewandelten“ gehörten ein Bayer, ein Schwarzwaldmädel (welches natürlich unbedingt Mariechen werden wollte), ein Österreicher, ein persischer Prinz Karneval auf der Suche nach seinem Dreigestirn (er hatte bereits im Warteraum den Bayer als Bauern und das Schwarzwaldmädel als Jungfrau ausgemacht …), ein italienischer Mafiosi und ein waschechter Hesse. Nach einem (oder manchmal auch zwei) Durchläufen durch „F.U.N.K.“ waren diese Immis dann echte Kölsche Funke rut-wieß, die zumindest einen Paragraphen des kölschen Grundgesetz fehlerfrei auf kölsch aussprechen konnten – das musste für den Abend reichen!

Anschließend wurden drei Rote Funken für ihre langjährige Mitgliedschaft im ältesten Kölner Traditionskorps ausgezeichnet, darunter Wolfgang Friedrich mit dem Funkennamen „Holzwurm“ für seine 66-jährige Treue zur Gesellschaft.

Der 2. Knubbel der Roten Funken zeigte in einem weiteren Bühnenstück, wie es beim Auftakt zur Session im Schlafzimmer des Präsidenten am Morgen zugeht. Er ist nervös und probt seine Rede, während seine Gattin noch mit der passenden Perücke zum Kleid beschäftigt ist. In Anspielung auf den Bart, der seit kurzem das Gesicht von Funken-Präses Hunold ziert, fiel dann hier auch der Spruch „Der Präsident ist Hipster und trägt heutzutage Bart.“

Einen kurzen Besuch stattete das designierte Kölner Dreigestirn den Roten Funken ab – bei drei parallel stattfindenden Korpsappellen blieb nicht mehr Zeit, zumal auch noch die Proben für die Proklamation am kommenden Freitag auf dem Plan standen …

Beim 4. Knubbel gab es einen Quasi-Rückblick auf die CUSA-Reise der Roten Funken im letzten Herbst, denn hier stand eine recht freie Interpretation von „Winnetou und Old Shatterhand“ auf dem Spielplan. Natürlich durften hier auch die Roten Funken nicht fehlen, die von einem Indianer gefangen genommen worden waren, als diese auf der „Route 66“ mit ihren Mustangs (ja, die mit den vier Reifen und gaaaaanz viel PS …) unterwegs waren, um den dem Indianerstamm sein Kriegsbeil zurück zu bringen, damit diese nicht den Klappstuhl ausgraben … und zu allem Überfluss kamen dann auch noch zwei FBI-Agenten und brachten das Dümmste mit, was die USA zurzeit zu bieten haben: Donald Trump!

Hiernach wurden die Mitglieder geehrt, die 25 bzw. 33 Jahre den Roten Funken die Treue gehalten haben. Eine Besonderheit war dabei Peter Hoffmann: Hoffmann ist seit 25 Jahren Mitglied der Roten Funken – steht jedoch als ehemaliger Tambourmajor des Regimentsspielmannszug der Roten Funken bereits seit 55 Jahren (!) in den Diensten des rot-weißen Traditionskorps. Für seine Verdienste wurde er – ausnahmsweise auf dem heutigen Regimentsexerzieren (die sonstigen Beförderungen werden auf einem internen Abend im November durchgeführt …) – zum Obrist der Roten Funken befördert!

Unter dem Titel „Zwei ziemlich beste Freunde“ brachten zwei Mitglieder des 3. Knubbel ein Krätzchen auf die Bühne, in denen die Beiden unter dem Künstlernamen „Hunold und Egg“ (Jens Egg war lange Jahre der Corpsadjudant der Roten Funken und muss sein Amt aus privaten Gründen in dieser Session ruhen lassen …) über ihre Liebschaften sangen, die sie in der Kölner Innenstadt, den umliegenden Vororten, dem Umland und so weiter, hatten. (Wer sich hierbei an das Lied „Ich liebte ein Mädchen“ von Insterburg & Co. erinnert fühlte, lag wohl nicht ganz falsch.)

Der Hunold des 1. Knubbel

Mit der Beförderung der Ehrendienstgrade ging es weiter im Programm. Vergeben wurden die Dienstgrade „Leutnant der Reserve“ (zum Beispiel an Lukas Wachten), „Oberleutnant der Reserve“ (u. a. an Dr. Armin Hoffmann von den Blauen Funken), „Hauptmann der Reserve“ (u. a. an Theo Schäfges, Präsident der Fidele Zunftbrüder) und „Obristwachtmeister der Reserve“ an Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, Fotograf Stefan Worring und den Nester des Festkomitee Kölner Karneval, Alexander von Chiari.

Als letzter Knubbel brachte der 1. Knubbel eine musikalisch-tänzerisch-komödiantische Huldigung auf IHREN Präsidenten Heinz Güther Hunold auf die Bühne: Hunold, etwas „aus dem Leim gegangen“, steht morgens auf und macht sich für einen Auftritt fertig. Dabei erzählt er, dass er die ganze Nacht von sich selbst geträumt habe. Sein Adjudant reicht ihm die Eier … die ersten sind zu klein, die Straußeneier waren aber passend für ihn an diesem Tag. Es erscheinen unzählige Funken mit überdimensionalen Buchstaben und formen den Namen „Heinz-Günther Hunold“. Aus diesem Namen heraus lösen sich dann immer wieder Buchstaben und bilden neue Worte, welche IHREN Präsidenten beschreiben … u. a. „IDOL“, „HOHEIT“, „HELD“ und so weiter.

Mit dem Einzug des Korps startete dann der offizielle Teil mit musikalischem Medley des Regimentsspielmannszug, den Tanzdarbietungen des Korps und des Tanzpaares sowie noch einigen besonderen Ehrungen. Doch vorher stellten die Roten Funken noch den guten Zweck für ihre Sammelaktion vor, über die wir bereits im Rahmen des Pressegespräch im November 2018 berichtet haben. Der Erlös der Sammelbüchsenaktion kommt dem Sozialdienst Katholischer Frauen zu Gute, die sich u. a. um die rund 1.500 obdachlosen Frauen in Köln kümmern.

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