Das „Fest der schwarzen Kunst“ feierte sein 70-jähriges Bestehen

Posted By on 13. Januar 2018

Foto: Andreas Klein

Seit 1948 gibt es das „Fest der schwarzen Kunst“, die bundesweit bekannte und beliebte Sitzung des Druckereihandwerks in Köln. Ursprünglich als karnevalistischer Ableger des Kölner Druckereiverbandes gegründet, zählt die kleine, feine Gesellschaft heute 35 Mitglieder, darunter auch den Ehrenpräsidenten des Festkomitee Kölner Karneval, Markus Ritterbach. Und auch zum Jubiläum konnte Präsident Wolfgang Acht wieder zahlreiche Gäste aus der Druckbranche Deutschlands begrüßen. Die Sitzung war schon seit Wochen komplett ausverkauft!

Wie jedes Jahr ist der Orden der Gesellschaft ein besonderes Schmuckstück, gehört er als Orden mit dem Bezug zur jeweiligen Zunft – hier der Druckkunst – zu einer Ordensgattung, die in Deutschland nahezu ausgestorben ist. Auch aus diesem Grund sind alle Orden des „Fest der schwarzen Kunst“ im Deutschen Fastnachtsmuseum in Kitzingen zu bewundern. Der Orden 2018 zeigt eine Jubiläumsausgabe eine bekannten Kölner Tageszeitung, auf der ein Original-„Fadenzähler“ befestigt ist. Dieser Fadenzähler – eine kleine Lupe, die ursprünglich aus der Textilbranche stammt – ermöglicht es dem Drucker beim Vierfarbendruck zu prüfen, ob die einzelnen Farben richtig übereinander passen. Wenn man auf dem Orden durch den Fadenzähler schaut, sieht man einen Clown an einer Druckmaschine.

Mit dem Korps der Prinzen-Garde Köln startete die Veranstaltung am frühen Freitagabend. Mit Regimentsspielmannszug, Tanzpaar und Korps ein stattlicher Aufzug für die Jubiläumsgesellschaft – und die Bühne des Theater am Tanzbrunnen hatte schwer zu tragen. Einen besonderen Redner gab es dann gleich zu Anfang: Hans Peter Betz kommt aus einem süd-östlich gelegenen Vorort von Köln mit eigener Bundesliga-Mannschaft … und war 15 Jahre lang DER Top-Redner beim Mainzer Karneval in seiner Rolle als „Guddi Gutenberg“ (Foto). Mit seiner politischen Rede – einer Redeform, die es in Köln leider nicht mehr gibt – begeisterte der „Meenzer“ die Kölner von der ersten Minute an. Leider waren im hinteren Saal-Bereich einige Gäste noch mit Plaudern beschäftigt, was einen solchen Vortrag stört. Vor allem, wenn man lautstark plappert! Trotzdem wurde der besondere, einmalige Auftritt des Mainzer Karnevalsstars beim Jubiläum des „Fest der schwarzen Kunst“ frenetisch vom nicht-plappernden Publikum gefeiert.

Mit Bauchredner Klaus Rupprecht und seinem vorlauten Affen „Willi“ kam dann direkt der nächste Imi auf die Bühne – allerdings hat der Moerser ein gültiges Dauervisum, gehört er doch zu den Top-Rednern im Rheinland. Mit der Band „Cöllner“ gab es dann erstmals am heutigen Abend Schunkel- und Mitsing-Garantie im Tanzbrunnen-Theater. Tänzerisch begeisterte danach das Tanzcorps „Colonia Rut-Wieß“ der K.G. Schlenderhaner Lumpe die Gäste von nah und fern. Mit Miljö, Guido Cantz, den Klüngelköpp, Bernd Stelter, den Höhner und Querbeat ging es abwechslungsreich durch den Abend. Kurz vor Ende des Programms machte das Kölner Dreigestirn den jecken Druckern noch seine Aufwartung. Zum Finale durfte der ganze Saal noch seine Gesangsqualitäten beweisen, denn anlässlich des Jubiläums sang der Elferrat mit den Jecken gemeinsam ein parodistisches altes Druckerlied aus den 30er Jahren.

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