Kölner Schull- un Veedelszöch sind gut aufgestellt für kommenden Sonntag

Posted By on 1. März 2019

Foto: Andreas Klein

Im Rahmen eines Pressetermins am vergangenen Mittwoch gaben die „Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums“ einen Überblick über die Kölner Schull- un Veedelszöch, die am kommenden Sonntag auf dem Weg des Kölner Rosenmontagszug durch die Kölner Innenstadt ziehen werden.

Zuerst einmal dankte Bernhard Conin, Baas der „Freunde und Förderer“, den drei Traditionskorps EhrenGarde der Stadt Köln, Prinzen-Garde Köln und Rote Funken, für die mittlerweile traditionellen Wurfmaterialspenden für die drei Gewinner des Fußgruppen-, Wagengruppen- und Originalitätspreises, welche am Rosenmontag erneut am Zoch teilnehmen dürfen.

Conin erläuterte, dass die Kosten für die Durchführung eines Karnevalsumzuges in den letzten Jahren stark gestiegen wären. Seit dem Loveparade-Unglück im Jahr 2010 seien die Kosten für Sicherheit und Sanitätsdienst um 50 % gestiegen. Dieses würde auch viele Vereine in den Stadtteilen betreffen, in Köln-Rodenkirchen und Köln-Zollstock standen die Züge sogar auf der Kippe. Nur dank der unbürokratischen Hilfe der Stadt Köln, die für jeden der neun Kölner Stadtteile jeweils 10.000 € – also ingesamt 90.000 € – für die Durchführung der Stadtteilzüge bereit gestellt hatte, könnten die Karnevalsumzüge in dieser Session an den Karnevalstagen stattfinden.

Am 3. März 2019 – dem Sonntag, an dem die Schull- un Veedelszöch durch die Stadt ziehen – jährt sich der Einsturz des Kölner Stadtarchivs an der Severinstraße, bei dem zwei junge Menschen ums Leben gekommen sind, zum 10ten Mal. An der Ecke Severinstraße/Löwengasse, wo die Zöch seitdem einen Umweg um die Einsturzstelle machen, werden die Kölner Schull- un Veedelszöch gegen 11:50 Uhr zum ersten Mal überhaupt einen Stop einlegen. Neben Baas Bernhard Conin wird auch der Südstadtpfarrer Hans Mörtter hier an den Einsturz mit einem Redebeitrag erinnern. Die Tanzgruppe „Lyskircher Hellige Knäächte un Mägde“, die den Zoch traditionell anführen, werden zum Gedenken einen Tanz aufführen, wonach der Zoch dann seinen Weg fortsetzen wird.

Willi Stoffel, Zugleiter der Kölner Schull- un Veedelszöch, konnte verkünden, dass die Zahl der Musiker im Zoch gestiegen ist: „Neben den 14 externen Kapellen, die von den Freunde und Förderer finanziert werden, können wir auf eine steigende Anzahl von Musikern, sowohl in den Schulen als auch in den Veedeln verweisen. Bei den Schulen gehen rund 580 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte als Musiker mit, die Veedelsvereine haben rund 200 aktive Musiker in ihren Reihen.“, so Stoffel beim Pressetermin.

Insgesamt nehmen 54 Gruppen mit 2.700 Teilnehmern in den Veedelsvereinen teil, darunter sind 48 Fuß- und sechs Wagengruppen. Ob es, wie bisher, weiterhin eine Unterteilung in Fuß- und Wagengruppen geben wird, soll in den nächsten Monaten entschieden werden: „Die Zahl der Wagengruppen ist seit Jahren rückläufig. In diesem Jahr wollen wir aber noch die Unterteilung aufrecht erhalten. Ob das nächste Session auch noch so sein wird, werden wir spätestens im Sommer sehen.“, so Stoffel weiter.

In den Veedelszöch gibt es drei Jubiläen (90 Jahre Original Negerköpp, 50 Jahre „Kölsche Mädcher – Kölsche Junge“ sowie 40 Jahre „De Löstige Zollstocker“). Neu in den Veedelszöch 2019 dabei sind die sieben Gruppen mit den Nummern 45 (Familienstammtisch Ihrefelder 11er Rat), 46 (KölleAlarm e. V.), 47 (Och Jeck e. V.), 48 (Loss mer singe e. V.), 49 (Fründe für´s Levve), 50 (Puls of Europe Köln), 51 (KG Ponyhof e. V.) und 52 (Rheinische Fachhochschule Köln).

Abschließend bat Willi Stoffel die Medien darauf hinzuweisen, dass für die Kölner Schull- un Veedelszöch 2020 noch ehrenamtliche Helfer im Bereich Zugordner, Funker sowie bei der Aufstellung und Auflösung benötigt werden. Wer Interesse hat, kann sich direkt bei den „Freunde und Förderer“ melden.

Bei den Kölner Schullzöch, die traditionell am Sonntag vor den Veedelsvereinen laufen, sind 53 Schulen mit rund 3.800 Teilnehmern unterwegs. Darunter sind zwölf Grundschulen, eine Hauptschule, drei Förderschulen, drei Realschulen, 23 Gymnasien, vier Gesamtschulen, ein Berufskolleg, fünf private Schulen und das Zentrum für LehrerInnenausbildung. Damit sind alle Schulformen, die in Köln angeboten werden, im Zoch vertreten. In den Schullzöch sind 47 Fuß- und sechs Wagengruppen dabei.

Neu in den Schullzöch 2019 ist die Förderschule Thymianweg, gleich acht Schulen feiern Jubiläum, darunter die beiden Waldorfschulen, die 100 Jahre Waldorfpädagogik feiern. Die Hasenschule aus Braunsfeld feiert ebenfalls Jubiläum und hat zusätzlich den Wanderpreis der „Freunde und Förderer“, den „Kamellebüggel“, mit in der Gruppe. Den zweiten Wanderpreis, das „Lyskircher Buch“ der Lyskircher Junge, erhält die LVR Schule Belvedere Straße aus Köln Müngersdorf. Jede Schule, die das Lyskircher Buch erhält, gestaltet dort eine Seite zum
Thema Karneval. In diesem Jahr ist es die 2. Ausgabe des Buches, da das erste Buch seit der letzten Session voll ist.

Margarita von Westphalen-Granitzka, Schulamtsdirektorin i. R., lenkte den Blick der Medienvertreter auch noch einmal auf die große Zahl an Musiker in den Schulen: „Wir sind stolz darauf, dass 580 Kinder und Jugendliche sich aktiv musikalisch an den Schullzöch beteiligen. Und ich kann Ihnen versprechen, dass es oft sehr laut – denn viele Musikgruppen der Schulen sind Sambagruppen.“, so von Westphalen-Granitzka.

Nun hoffen, die Verantwortlichen darauf, dass die Schull- un Veedelszöch 2019 trocken und bei ruhigem Wetter sowie ohne große Störungen am kommenden Sonntag durch Köln gehen können. Den Pänz in den Schulen und den Veedelsvereinen wäre es zu wünschen!

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