„Fest der Schwarzen Kunst“ feierte 75jähriges Bestehen

Posted By on 21. Januar 2023

Foto: Andreas Klein

Im Jahr 1948 besuchte der Vorsitzende des „Verband der Graphischen Betriebe Nordrhein“, Willi Klein, eine Karnevalssitzung. Diese gab den Anstoss, selbst eine solche Veranstaltung für die Verbandsmitglieder zu organisieren. Und bereits ein Jahr später fand die erste Sitzung am Appellhofplatz statt. Aufgrund der großen Nachfrage zog man bereits ein Jahr später in die Flora um. Am gestrigen Abend wurde dann das 75-jährige Bestehen im Theater am Tanzbrunnen begangen, wo man seit 2008 nun in einem noch größeren Saal feiert.

Bis 1956 war die Sitzung eine reine Verbandsveranstaltung, ab 1957 wurde daraus das heutige „Fest der Schwarzen Kunst“. Bis 2018 wurde die Veranstaltung von einer GbR verantwortet, seitdem vom heutigen eingetragenen Verein. Nachdem man lange Jahre Fördermitglied im Festkomitee Kölner Karneval war, ist man nun hospitierendes Mitglied. Die Mitglieder des Vereins sind die aktuellen und ehemaligen Elferratsmitglieder sowie deren Lebenspartner, insgesamt rund 40 Personen.

Diese vergleichsweise kleine Gruppe konnte am gestrigen Abend das Theater am Tanzbrunnen wieder bis auf den letzten Platz ausverkaufen. Allein der Verband Druck + Medien Nord-West war mit 100 Gästen, darunter dem Geschäftsführer Oliver Curdt, zu den Jubiläumsfeierlichkeiten „op de schäl Sick“ gekommen.

Solo-Trompeter Lutz Kniep stimmte die bunt kostümierten Gäste vor dem Start des eigentlichen Programms auf den Abend ein. Das Traditionskorps der Nippeser Bürgerwehr eröffnete dann mit seinem Aufzug den Abend. Anschließend brachte Bernd Stelter die Gäste mit seinem Vortrag zum Lachen. Für Partystimmung im Theatersaal am Tanzbrunnen sorgten anschließend die Klüngelköpp (Foto), welche die Gäste mit ihren Hits von den Stühlen rissen. Martin Schopps brachte mit seinem Vortrag wieder die Lachmuskeln in Schwingung. Die Hits der Höhner sorgten wieder für Schunkelstimmung. Die Band feiert in diesem Jahr übrigens ihr 50-jähriges Bestehen.

Bei Ingrid Kühne als „De Frau Kühne“ waren die Jecken im Saal wieder mucksmäuschenstill und hörten aufmerksam zu. Seit 52 Jahren auf den Bühner Kölns unterwegs ist die „Mutter aller Bands“, wie die Bläck Fööss gerne bezeichnet werden. In der ersten Session ohne die Gründungsmitglieder Erry und Bömmel schaffen es die „jungen Fööss“ immer noch, den Saal mit den bekannten Evergreens und neuen Liedern zu begeistern. Im letzten Jahr hätte Guido Cantz sein 30-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert – hätte, wäre da nicht eine Pandemie dazwischen gekommen. So feiert der Porzer Jung eben dieses Jahr „30+1 Jahre“. Die Tanzgruppe „De Höppemötzjer“, die Brass-Formation „Druckluft“ und das Kölner Dreigestirn komplettierten das Programm, welches bis in den späten Freitagabend ging.

Zum Finale gab es noch eine Überraschung: Bei der Durchsicht des Archivs des „Fest der Schwarzen Kunst“ wurde ein „Lied der Schwarzen Kunst“ gefunden, welches vom Ehrenpräsident Rudi Brocke in den 1970er Jahren geschrieben wurde. Zum 75-jährigen Jubiläum wurde das Stück von Kalle Nonn für Orchester neu gesetzt. Ehrenpräsident Brocke und der amtierende Präsident Wolfgang Acht sangen unter Mitwirkung aller Mitglieder gemeinsam mit den jecken Gäste im Saal das Lied als krönender Abschluss der Sitzung zum 75-jährigen Bestehens.